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Sa 24.02.2024, 19.00 - 21.45 Uhr | Großes Haus Wiederaufnahme

Ballett von John Neumeier nach dem Epos des Homer

Odyssee

Eines der bedeutendsten Stücke der Dichtkunst ist der Epos "Odyssee" des griechischen Lyrikers Homer. Sich mit diesem umfassenden Werk um den Helden Odysseus und seiner abenteuerlichen Reise zu befassen, entschied John Neumeier auf Einladung des Athener Opern- und Konzerthauses Megaron im Jahr 1995. Seine tänzerische Bühnenfassung sollte so nah wie möglich an die Wurzeln des Epos heranreichen und die literarische Vorlage gleichzeitig auf eine Ebene der Bewegung übersetzen. Eine Voraussetzung dafür war die Vergabe eines Auftragswerks an den griechischen Komponisten George Couroupos sowie die Zusammenarbeit mit dem griechischen Bühnen- und Kostümbildner Yannis Kokkos. Zum 85. Geburtstag von John Neumeier kehrt dieses monumentale Werk über Krieg, Heimatsuche, das Unterwegssein und die Begegnung mit der Fremde zurück ins Repertoire.

zehn Jahre Irrfahrt
zehn Jahre Rückkehr
zehn Jahre Heilung
nach zehn Jahren Krieg.

Ohne Krieg ist die "Odyssee" nicht denkbar. Für mich geht es darum, dass ein Mensch nach einem zehn Jahre dauernden Krieg wieder zu sich selber finden muss, dass er aus dieser im negativen Sinn männlich definierten Macho-Welt von Kampf und Krieg zu seiner Ganzheit zurückfinden und seinen femininen Teil wiederentdecken muss. Der heißt Penelope.

John Neumeier


Musik: George Couroupos – Auftragswerk der Hamburgischen Staatsoper
Choreografie und Inszenierung: John Neumeier
Bühnenbild und Kostüme: Yannis Kokkos

2 Stunden 45 Minuten | 1 Pause
1. Teil: 80 Minuten, 2. Teil: 55 Minuten

URAUFFÜHRUNG:
Hamburg Ballett, Megaron The Athens Concert Hall, Athen, 20. November 1995
PREMIERE IN HAMBURG:
Hamburg Ballett, 17. Dezember 1995

ORIGINALBESETZUNG:
Odysseus: Ivan Liska
Penelope: Anna Polikarpova
Telemachos: Ivan Urban
Pallas Athene: Anna Grabka
Er: Nicolas Musin
Kalypso: Heather Jurgensen
Nausikaa: Bettina Beckmann
Kirke: Chantal Lefèvre
Das Meer: Laura Cazzaniga
Der Krieg: Jirí Bubenícek, Otto Bubenícek
Eurykleia: Karen Niles

GASTSPIELE:
1995 Athen 1996 Ludwigshafen, Montpellier, Genua Nervi 1997 Sagami Ono, Osaka, Tokio

IM REPERTOIRE:
Königlich Dänisches Ballett

Altersempfehlung: ab 14 Jahren / Klasse 9

Koproduktion der Hamburgischen Staatsoper mit Megaron The Athens Concert Hall

[MEHR]
Ich habe oft literarische Vorlagen genutzt, weil sie mich bewegten - man kann nur aus sich selber schöpfen -, weil sie mir gewisse archetypische Formen zeigten. Entscheidend ist, ob ich das auf einer Ebene in Bewegung übersetzen kann, die in der Literatur nicht zu realisieren ist. In der "Odyssee" sind solche archetypischen Formen die Heimatsuche, das Unterwegssein, die erotische Begegnung mit dem Fremden, der Krieg.

Ich habe mich bemüht, nicht jedes Detail des Mythos zu recherchieren, sondern Grundfigurationen vorzustellen, zum Beispiel: einen Sohn, der seinen Vater nicht kennt, der sich einer Göttin gegenüber sieht, die es ihm ermöglicht, sich zu transformieren - dafür wollte ich tänzerische Formen finden. Die befriedigendsten Momente für mich als Choreografen waren immer die, in denen der Instinkt die Führung übernahm.

John Neumeier

Ort: Großes Haus, Dammtorstraße 28, 20354 Hamburg
Preise: 7,00 EUR bis 129,00 EUR

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